Kord Samtstoff

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Samtstoff - Was bezeichnet man als solchen und welche Arten gibt es?

Samt bezeichnet eine bestimmte Webart. Diese besteht aus einer Basis mit leinen- oder köperbindigem Gewebe. In dieses Gewebe wird ein extra Kett- oder Schussfaden eingearbeitet. Somit gibt es Kettsamt und Schusssamt. Der extra Faden wird in kleinen Schlaufen mit der Basis verbunden. Diese Schlaufen werden im letzten Schritt des Herstellungsprozess aufgeschnitten und bilden den sogenannten Flor.

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Samt bezeichnet eine bestimmte Webart. Diese besteht aus einer Basis mit leinen- oder köperbindigem Gewebe. In dieses Gewebe wird ein extra Kett- oder Schussfaden eingearbeitet. Somit gibt es Kettsamt und Schusssamt. Der extra Faden wird in kleinen Schlaufen mit der Basis verbunden. Diese Schlaufen werden im letzten Schritt des Herstellungsprozess aufgeschnitten und bilden den sogenannten Flor.

Samtstoffe bestehen heute meist aus Baumwolle. Früher wurde Samt stets aus Seide gefertigt. Die Geschichte des Samt ist somit eng mit der Seidenweberei verbunden. So gab es am Anfang den Stoff 'Samit'. Dieser ist ein sechsfädiger und gemusterter Stoff aus Seide, allerdings ohne Flor. Seit dem 14. Jahrhundert wird Kettsamt in Italien hergestellt. Italien (vorallem die Städte Mailand, Genua, Florenz und Venedig) blieb auch lange das Zentrum der Samtproduktion. Später wurde der Samtstoff auch in Frankreich und England produziert. Außerdem erfand Claude Dangon in Lyon im Jahre 1605 eine Methode, mit der man Samtstoff nun auch gemustert herstellen konnte. Erst seit dem 18.Jahrhundert gibt es Samtproduktionsstätten auch in Deutschland. Seit dem späten Mittelalter ist der Samtstoff in Europa sehr beliebt. Allerdings war der Stoff stets dem Adel vorbehalten. Der Rest der Bevölkerung konnte sich die teure Meterware aus Seide nicht leisten. In der Renaissance war Samt neben Brokat der beliebteste Stoff des adligen Teils der Bevölkerung. Durch die Gemütlichkeit und Eleganz des Stoffes war Samtstoff früher nicht nur ein beliebter Modestoff für Roben und Mäntel. Auch als Möbelstoff, für Kissen, Decken oder Vorhänge fand man ihn in den unbeheizten Zimmern der Burgen und Schlösser.

Auch heute noch verbindet man vorallem den roten Samtstoff (Velvet) oft mit Königen, Luxus und Eleganz. Und immer noch wird der Stoff gerne für Bekleidung und Interieur verwendet. Zusätzlich gibt es heutzutage auch spezielle Arten von Samt, wie beispielsweise Kordsamt. Kord ist sehr robust und man erkennt ihn an den Rippen in der Oberfläche des Stoffes. Kordstoff kann unterschiedlich feine beziehungsweise breitere Rippen haben. Kordsamt zählt aber eher zu Kordstoff mit breiteren Rippen und wird daher auch manchmal als Breitkord bezeichnet. Kordsamt wird meist aus Baumwolle gefertigt. Kordsamt stammte früher vorallem aus Manchester. Daher waren Hosen aus diesem Stoff lange als Manchester Hosen bekannt. Die Rippen im Kordsamt entstehen durch die Verarbeitung der Schussfäden, die den Flor bilden.

Außerdem gibt es auch Strechsamt und Pannesamt zum Teil auch aus Microfaser, welche allerdings gewirkte und nicht gewebte Stoffe sind. Daher kommt auch die Elastizität dieser Samtstoffe. Pannesamt wird zusätzlich am Ende der Herstellung gebügelt oder gepresst. Diesen Vorgang nennt man auch pannieren. Die Bezeichnung Pannesamt stammt also von der Herstellung des Stoffes ab. Zudem gibt es noch eine Imitation des normalen Samtstoff, den Flocksamt. Hier werden Faserflocken auf die Basis aufgeklebt und nicht eingewebt. Flocksamt ist zwar günstiger, dafür aber auch qualitativ weniger hochwertig. Wenn nämlich die Faserflocken nicht gut angeklebt sind, kann es sein, dass diese mit der Zeit vom Stoff abfallen.

 

Eigenschaften von Samtstoff

Samt ist sehr weich und für seine angenehme Haptik bekannt. Zudem strahlt der Stoff nicht nur Eleganz, sondern auch Gemütlichkeit aus. Er ist außerdem knitterarm. Daher eignet Samtstoff gut als Bezugsstoff und Polsterstoff. Zusätzlich ist Samtstoff auch hilfreich gegen Licht und Schall, also gut geeignet für Vorhänge. Zudem wirkt er sogar teilweise isolierend gegen Kälte. Samt aus Baumwolle ist eher matt und edel. Außerdem ist Baumwollsamt teurer als Pannesamt oder Stretch Samt. Das liegt an der aufwendigen Herstellung von Baumwollsamt. Pannesamt aus Polyester hat eine glänzende Oberfläche und wird daher auch Spiegelsamt genannt. Der Glanz entsteht durch das Bügeln und Pressen des Stoffes. Er wirkt somit noch ein wenig schicker. Generell gilt es bei allen Arten von Samt die Strichrichtung zu beachten. Der Stoff erscheint nämlich aufgrund des Flors an der Oberfläche in eine Richtung glänzend und in die Andere dagegen matt. Die Strichrichtung eines Samtstoffes kann man gut mit der Hand erfühlen. Wenn man mit der Hand über den Stoff streicht und man einen leichten Widerstand spürt, fährt man gegen den Strich. Ohne Widerstand folglich mit dem Strich. Spezieller Strechtsamt ist zusätzlich noch elastisch und der Stoff eignet sich daher gut für Klamotten. Generell gibt es etwas festere Samtstoffe, die sich gut für Interieur eignen. Eher weichere Samtstoffe eignen sich gut für Bekleidung.

 

Pflegetipps für Velvet

Samt ist leider nicht besonders pflegeleicht. Daher sollte er so selten wie möglich gewaschen werden. Wenn er jedoch gewaschen werden muss, sollte man dies am besten nur mit einer milden Handwäsche tun. Oft kann man Flecken aus dem Samtstoff auch mit einer weichen Bürste abbürsten. Bei hartnäckigen Flecken empfiehlt es sich den Stoff in die Reinigung zu geben. Pannesamt ist etwas leichter zu pflegen, da er meist aus Polyester besteht. Diesen, beziehungsweise jeden Samtstoff aus Polyester, kann man also auch bei 30° in der Maschine waschen. Tendenziell sollte man aber keinen Samtstoff maschinell trocknen. Bügeln sollte man Samtstoff nur bei geringer Hitze und auf links. Beim Trocknen von Samtstoff sollte man zusätzlich darauf achten, dass keine Wäscheklammern verwendet werden. Diese können sonst langfristige Spuren im Stoff hinterlassen. Und auch nach dem Waschen und Trocken sollte man gut auf den Stoff achten. Es empfiehlt sich den Samtstoff nicht zu falten, sondern zu rollen, sodass keine Knicke im Stoff entstehen.

 

Verwendung und Verarbeitung von Samtstoff

Samtstoff wird sowohl im Dekobereich, als auch für Bekleidung gerne verwendet. Als Dekostoff eignet sich die weiche Meterware vorallem als Polsterstoff,  für Kissen, Überwürfe und Decken. Aber auch ganze Sofas lassen sich mit Samtstoff beziehen. Zudem kann man auch schöne Vorhänge aus Samt nähen. Der Samtstoff lässt jeden Raum sofort edler wirken. Im Modebereich eignet sich der eher wärmere und dicke Stoff beispielsweise für Mäntel, Jacken oder Hosen. Durch seine schicke Optik eignet er sich aber auch perfekt für Anzüge oder Kleider. Vor allem Winterkleider für Weihnachten oder Silvester sehen toll aus, wenn aus edlem Samtstoff genäht. Aber auch schicke Dirndl oder Trachtenwesten und -jacken können mit damit genäht werden. Allerdings wird Samt seit einigen Jahren auch gerne für Jogginghosen oder kuschelige Pullis verwendet. Vorallem Kordsamt, zum Teil mit Stretch, ist in den letzten Jahren sehr im Trend und eignet sich gut für coole Hosen, Röcke, Blazer, Jacken und Westen. Außerdem halten Stücke aus Kordsamt auch im Herbst und Winter schön warm. Und auch für Kinderbekleidung eignet sich Cordsamt perfekt, da er ein robuster Stoff ist. Besonders schick und edel ist Samtstoff vor allem in der Kombination mit einem tollen Stoff aus Seide. Natürlich kann Samt aber auch mit jeglichen anderen Stoffen kombiniert werden.  

Bei der Verarbeitung von Samt gibt es einiges zu beachten. Wie fast jeden anderen Stoff solltest du Samtstoff zuerst einmal vorwaschen. Danach gilt es vorallem auf die Strichrichtung des Stoffes ein besonderes Augenmerk zu legen. Willst du ein eher kräfiges Farbergebnis solltest du den Stoff gegen den Strich zuschneiden. Also so, dass der Stoff beim fertigen Kleidungsstück mit den Fasern des Flor nach oben zeigt. Mit dem Strich (wenn also der Flor des fertigen Kleidungsstück nach unten zeigt) wird das fertige Stück eher eine matte Optik haben und dafür geschmeidiger wirken. Du kannst allerdings auch Stoffteile in verschiedenen Richtungen aneinander nähen. So erhälst du ein spannendes Endergebnis. Nach dem Zuschnitt solltest du die offenen Kanten unbedingt versäubern. Sonst kommt es wegen den aufgeschnittenen Schlaufen des Flors zu vielen Fusseln. Zudem ist Samt druckempfindlich. Achte also darauf, dass du keine Klammern oder ähnliches verwendest, die sonst Spuren im Stoff hinterlassen können. Durch den Flor kann es sein, dass sich die Stoffe beim Nähen gegeneinander verschieben. Daher ist es sinnvoll lieber etwas mehr Stecknadeln zu verwenden und eine saubere Vorarbeit zu leisten. Dann sollte hoffentlich nichts mehr schief laufen. Bestimmt erhälst du ein super schönes Bekleidungs- oder Dekostück aus dem tollen Samtstoff.

Stand 07.02.22

 

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